Überprüfung des Diskriminierungsschutzes in der digitalen Arbeitswelt

Koalitionsvertrag

Diskriminierungsverbote der analogen Welt müssen auch in der digitalen Welt der Algorithmen gelten (KoaV 47/2092 f.).

Gleichstellungspolitische Relevanz

Durch den technologischen Umbruch werden (Zugangs-)Chancen und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten neu verteilt – mit derzeit noch nicht überschaubaren Auswirkungen auf die Geschlechterverhältnisse. Ein erster Schritt ist die Überprüfung der Diskriminierungsverbote in der digitalen Arbeitswelt. Dies betrifft insbesondere die Frage des Zugangs zu Plattformen, die Auswahl der für Dienstleistungen Vermittelten und die Gestaltung digitaler Reputationsmechanismen. Die digitale Vermittlung von Personen erfolgt zwar auf den ersten Blick geschlechtsneutral, da Algorithmen Plattformarbeit zuteilen. Jedoch können beim Zugang zu Tätigkeiten über Crowdworking-Plattformen Geschlechterstereotype eine Rolle spielen und eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts nicht ausgeschlossen werden (ZwGB 217). Aber auch im Rahmen klassischer Beschäftigungsverhältnisse birgt der Einsatz von Algorithmen die Gefahr einer Diskriminierung, wenn bspw. Rollenstereotype die Schlussfolgerungen selbstlernender Systeme beeinflussen. Die Datenethikkommission schlägt daher vor zu überprüfen, ob der Anwendungsbereich des Antidiskriminierungsrechts auf Diskriminierungen auszuweiten ist, die auf einer automatisierten Datenauswertung oder einem automatisierten Entscheidungsverfahren beruhen (vgl. Gutachten der Datenethikkommission, Empfehlung Nr. 53).

Gleichstellungspolitische Wirkung

Die für klassische Beschäftigungsverhältnisse errungenen gleichstellungspolitischen Standards werden auf neue Tätigkeitsformen anwendbar gemacht. Es wird sichergestellt, dass der Diskriminierungsschutz von Beschäftigten auch in der digitalen Arbeitswelt besteht. Diskriminierung, auch wegen des Geschlechts, wird entgegengetreten.