Umsetzung des zweiten entwicklungspolitischen Aktionsplans zur Gleichberechtigung der Geschlechter 2016-2020 (GAPII) in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Koalitionsvertrag

„Gleichstellung von Frauen und Männern ist eine Frage der Gerechtigkeit. Sie ist Voraussetzung und Motor für nachhaltige Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft, national und international.“ (S. 23)

„Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie die Förderung der Rechte von Mädchen und Frauen bleiben Grundlage unserer Entwicklungszusammenarbeit.“ (S. 163)

Gleichstellungspolitische Relevanz

Noch immer erfahren Frauen und Mädchen weltweit Benachteiligungen und Diskriminierungen. In vielen Teilen der Welt trägt der unzureichende Zugang zu Land, Besitz und Ressourcen entscheidend zur Armut von Frauen und Mädchen bei und schafft große Ungleichheiten. Die Erwerbsquote von Frauen liegt mit 55 % weltweit deutlich unter der von Männern (78 %); Frauen verdienen durchschnittlich 20 % weniger und arbeiten öfter im informellen Sektor. Nach wie vor sind Mädchen beim Zugang zu Bildung weltweit stärker benachteiligt. 64% der Analphabet*innen im Erwachsenenalter sind Frauen. Mädchen und junge Frauen sind insbesondere in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) unterrepräsentiert. Frauen sind nirgendwo auf der Welt gleichberechtigt in politischen Institutionen vertreten. Weltweit erfährt jede dritte Frau zumindest einmal im Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt, in manchen Regionen bis zu 70 %.

Gleichstellungspolitische Wirkung

Die Umsetzung des GAP II trägt mit einem dreigleisigen Ansatz aus gezielten Projekten zur Beseitigung von Diskriminierungen und Förderung von Frauenrechten (GG2 Vorhaben), Gender Mainstreaming und bi- und multilateralem Politikdialog dazu bei, diese Benachteiligungen zusammen mit Partnerregierungen, multilateralen Institutionen und der Zivilgesellschaft zu reduzieren, um globale Ziele wie SDG 5 zu erreichen. Die Maßnahmen erstrecken sich auf neun Themenfelder: Zugang zu Recht und Politische Teilhabe; ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Ernährungssicherung; Gewalt gegen Frauen und Mädchen; bewaffnete Konflikte, Friedenssicherung und Flucht; Bildung; wirtschaftliches Empowerment; Gesundheit, inklusive SRGR; Wasser- und Sanitärversorgung; Klima und Stadt- und Kommunalentwicklung. Die Umsetzung des GAP II erfolgt durch jährliche Road Maps, die in enger Abstimmung mit allen Beteiligten (BMZ, Durchführungsorganisationen und Zivilgesellschaft) erstellt werden. Auch zukünftig werden die Ziele des GAP II durch ein Nachfolgeinstrument verfolgt.

Überprüfung

Der Fortschritt der Zielerreichung des GAP II wird durch jährliche Umsetzungsberichte zu den Road Maps überprüft. Am Ende der Laufzeit des GAP II steht eine unabhängige Überprüfung der Wirksamkeit.