Weiterqualifizierung von Pflegehelferinnen und Pflegehelfern zu Pflegefachkräften

Koalitionsvertrag

Die „Konzertierte Aktion Pflege“ umfasst u. a. eine Weiterqualifizierung von Pflegehelferinnen und Pflegehelfern zu Pflegefachkräften (KoaV 96/4453 ff.)

Gleichstellungspolitische Relevanz

Fehlende Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten sind ein Charakteristikum von „Sackgassenberufen“. Um Pflegeberufe, in denen meist Frauen arbeiten, als „Lebensberufe“ (ZwGB 144 f.) attraktiver zu machen, sind durchlässige Qualifikationswege notwendig.

Gleichstellungspolitische Wirkung

Der Pflegeberuf wird attraktiver, so dass ausreichend Menschen den Pflegeberuf ergreifen, beibehalten und damit die Versorgung sicherstellen. Dies ist auch für – meist weibliche – pflegende Angehörige notwendig und trägt zu einer besseren Vereinbarkeit der beruflichen, privaten und durch die Pflege bedingten Belange bei. 

Überprüfung

Berichtslegung zur Ausbildungsoffensive Pflege (2019-2023)

Umsetzung

Icon: Pfeile mit der Beschriftung "Laufend"



Die BA fördert aufgrund des Fachkräftemangels in der Pflege und der gesellschaftlichen Bedeutung dieses Arbeitsfeldes seit vielen Jahren die berufliche Weiterbildung zur Altenpflegefachperson in erheblichem Umfang. Mit dem Qualifizierungschancengesetz, das Anfang 2019 in Kraft trat und den Zugang zur Weiterbildungsförderung für die Beschäftigten erweiterte, wurden die Förderleistungen weiter verbessert und die Weiterbildungsberatung deutlich verstärkt. Mit dem Arbeit-von-Morgen-Gesetz vom 20. Mai 2020 wurden die Fördermöglichkeiten der BA nochmals ausgebaut, in dem nunmehr auf die Förderung des Nachholens eines Berufsabschlusses ein grundsätzlicher Rechtsanspruch besteht. Der Anspruch richtet sich nicht nur an arbeitslose Menschen, sondern auch an Beschäftigte, die noch nicht über eine Berufsausbildung verfügen und damit zur Pflegefachkraft weitergebildet werden können.

Mit dem PflBG wurde bereits die Grundlage für einen verbesserten Übergang von einem Assistenz- und Heilberuf in der Pflege zur Pflegefachkraft durch eine besondere Verkürzungsregelung geschaffen. Ausbildungen, die die „Eckpunkte für die in Länderzuständigkeit liegenden Ausbildungen zu Assistenz- und Heilberufen in der Pflege“ (BAnz AT 17.02.2016 B3) erfüllen, können auf Antrag auf ein Drittel der Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann angerechnet werden. Darüber hinaus spielt die Möglichkeit der Teilzeitausbildung eine wichtige Rolle für berufsbegleitende Ausbildungen, insbesondere bei der Weiterbildung von Pflegehilfskräften zu Fachkräften. Die große Mehrzahl der Länder hat bereits Rahmenbedingungen für Teilzeitausbildungen geschaffen. Über das mit dem PpSG geschaffene Pflegestellen-Förderprogramm nach § 8 Absatz 6 SGB XI werden zudem bis zu 13.000 zusätzliche Stellen für Pflegefachkräfte in vollstationären Pflegeeinrichtungen von den Pflegekassen vollständig finanziert, die auch mit Pflegehelferinnen und Pflegehelfern in Ausbildung zur Pflegefachkraft besetzt werden können.