Brückenteilzeit (Recht auf befristete Teilzeit, umgesetzt)

Koalitionsvertrag

Wir schaffen ein Recht auf befristete Teilzeit: Neuer Anspruch in Unternehmen mit mehr als 45 Mitarbeitern, nach Teilzeitphase wieder zur früheren Arbeitszeit zurückzukehren (KoaV 12/382; 53/2386)

Gleichstellungspolitische Relevanz

Die Rahmenbedingungen eines „Normalarbeitsverhältnisses“ können Menschen mit Fürsorgeverpflichtungen ein partnerschaftliches auf die jeweilige Lebenssituation ausgerichtetes Erwerb-und-Sorge-Arrangement im Einzelfall erschweren. Es wird davon ausgegangen, dass Frauen in Teilzeittätigkeit länger bei der reduzierten Arbeitszeit bleiben, als sie es wollen. Das würde ihre Chancen auf eine eigenständige Existenzsicherung und gute eigenständige Rente reduzieren. Männer hingegen würden auf eine Reduzierung ihrer Arbeitszeit verzichten, wenn es keine Möglichkeiten gäbe, diese Reduzierung zu befristen. Das würde eine Übernahme von Sorgearbeit verhindern.

Gleichstellungspolitische Wirkung

Mit der Brückenteilzeit wird sichergestellt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Ablauf einer zeitlichen Begrenzung der Teilzeitarbeit wieder zu ihrer ursprünglich vertraglich vereinbarten Arbeitszeit zurückkehren können, um sich so im Lebensverlauf Erwerbs- und Sorgearbeit besser gleichberechtigt zu teilen.

Überprüfung

Eine Evaluation der gesetzlichen Änderungen erfolgt fünf Jahre nach Inkrafttreten. Hierfür wird das Ressort in fachlich geeigneter Weise prüfen, ob und inwieweit die beabsichtigten Wirkungen auf die Arbeitszeitpräferenzen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erreicht worden sind.

Umsetzung

Icon: Pfeile mit der Beschriftung "Erledigt"



Am 1. Januar 2019 ist das „Gesetz zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts - Einführung einer Brückenteilzeit“ in Kraft getreten. Mit dem Gesetz wurde insbesondere ein Rechtsanspruch auf zeitlich begrenzte Teilzeitarbeit (sog. Brückenteilzeit) eingeführt.  Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Arbeitgebern mit in der Regel mehr als 45 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können ihre Arbeitszeit für einen vereinbarten Zeitraum zwischen einem Jahr und fünf Jahren verringern, sofern dem keine betrieblichen Gründe entgegenstehen. Arbeitgeber mit 46 bis 200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen nur einem pro angefangenen 15 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Brückenteilzeit gewähren.