Weiterentwicklung und Ausbau von Unterstützungsmaßnahmen für Frauen in ländlichen Räumen

Koalitionsvertrag

Wir wollen die Teilhabe von Frauen im ländlichen Raum befördern und sie wirtschaftlich stärken. Dabei wollen wir auch kleinere Familienbetriebe in den Blick nehmen (25/1021ff).

Gleichstellungspolitische Relevanz

Die „Landflucht“ aufgrund fehlender Perspektiven am Arbeitsmarkt betrifft insbesondere junge Frauen. In ländlichen Räumen wirken Rollenstereotype stärker als in urbanen Gebieten einer partnerschaftlichen Aufteilung von Beruf und Familienaufgaben entgegen. Die Ergebnisse der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“, deren Vorsitzende im Juli 2019 ihre Schlussfolgerungen („Unser Plan für Deutschland – Gleichwertige Lebensverhältnisse überall“) vorgelegt haben, haben unmittelbare Auswirkungen auf die Attraktivität der ländlichen Räume für (junge) Frauen und damit auch für Familien, u.a. durch die Weiterentwicklung der Qualität und Teilhabe in der Kindertagesbetreuung über 2022 hinaus, die Stärkung von Kümmererstrukturen, den Breitband-Ausbau als Voraussetzung für mobiles Arbeiten und die Schaffung eines umweltfreundlichen, flächendeckenden, leistungsfähigen, bezahlbaren und nutzerorientierten Mobilitätsangebots.

Gleichstellungspolitische Wirkung

Frauen in ländlichen Räumen sind häufiger bzw. in größerem Umfang als bisher erwerbstätig. Der Wegzug junger Menschen aus ländlich geprägten Gebieten sinkt. Das Innovationspotential junger erwerbstätiger Frauen kommt auch den ländlichen Räumen zugute, sodass dort weiterbestehende, überholte Rollenstereotype beseitigt werden.

Überprüfung

Anteil der erwerbstätigen Frauen (abhängig beschäftigt und selbstständig tätig) in ländlich geprägten Gebieten

Umsetzung

Icon: Pfeile mit der Beschriftung "Laufend"



Mit der Umsetzung der im Juli 2019 vom Bundeskabinett beschlossenen zwölf prioritären sowie weiterer Maßnahmen des Bundes als Ergebnis der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ wurde begonnen. Die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse bleibt eine wichtige Querschnittsaufgabe für die kommenden Jahre. 

Mit der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Studie über die Lebenssituation von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben wird bis zum Spätsommer 2022 eine wissenschaftliche Grundlage geschaffen, um Frauen in der Landwirtschaft besser zu unterstützen und ihnen weitere Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

Darüber hinaus fördert das BMEL im Jahr 2021 mit der Maßnahme „Digital.Vernetzt - Frauen im Ehrenamt stärken“ im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich der ehrenamtlichen digitalen Arbeit von Frauenvereinen und -initiativen.

Der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) schult im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projekts „Selbst ist die Frau!“ LandFrauen mit Gründungserfahrung zu Gründungslotsinnen. Die Lotsinnen führen Workshops für Frauen im ländlichen Raum durch und informieren sie über die Option der selbstständigen Erwerbstätigkeit und Unternehmensgründung.