Weiterentwicklung und Ausbau von Unterstützungsmaßnahmen für Gründerinnen und Unternehmerinnen

Koalitionsvertrag

Um Gründungen aus der Beschäftigung zu erleichtern, prüfen wir die Einführung einer Gründerzeit ähnlich der Familienpflegezeit. (KoaV 42/1859 ff.)

Eltern in der unternehmerischen Gründungsphase wollen wir unterstützen (KoaV 42/1861 ff.)

Wir wollen vor allem auch Frauen den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern. Unterstützungsmaßnahmen für Gründerinnen und Unternehmerinnen wollen wir weiterentwickeln und ausbauen sowie erfolgreiche Gründerinnen und Unternehmerinnen in ihrer Vorbildfunktion stärken. (KoaV 65/2977 ff.)

Gleichstellungspolitische Relevanz

Im Jahre 2018 haben sich laut Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) 547.000 Personen selbstständig gemacht. 40 % aller Unternehmensgründungen erfolgten durch Frauen. (KfW Gründungsmonitor 2019). Zudem unterscheiden sich die Gründungen von Frauen in vielfacher Hinsicht von den Gründungen von Männern. (ZwGB 137).

Gleichstellungspolitische Wirkung

Gründerinnen brechen mit ihrem eigenen Vorbild traditionelle Rollenmuster über die Erwerbstätigkeit von Frauen auf. Frauen erhalten besseren Zugang zu Informations- und Beratungsangeboten für Gründerinnen. Es werden mehr Frauen Gründerinnen und es gibt mehr weibliche Vorbilder für gründungsinteressierte Frauen. Familie und Unternehmensgründung sind in Zukunft besser vereinbar. Hinsichtlich der langfristigen gleichstellungspolitischen Wirkung ist zu prüfen, ob Selbstständigkeit gefördert wird, die nicht existenzsichernd ist. 

Überprüfung

Anteil der Frauen, die Unternehmen gründen, Austrittsquote/Verweildauer

Umsetzung

Icon: Pfeile mit der Beschriftung "Laufend"



Frauen sind bei Gründungen im Vollerwerb und Unternehmensnachfolgen weiter unterrepräsentiert. Allerdings weisen Frauen eine höhere Beteiligung bei Gründungen im Nebenerwerb auf, die in den vergangenen Jahren die Dynamik im Gründungsgeschehen bestimmten. 

Die ergriffenen Unterstützungsmaßnahmen fokussieren sich auf eine bessere Sichtbarmachung von Unternehmerinnen als Vorbilder. Dies wird zum einen durch die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ins Leben gerufene Initiative „FRAUEN unternehmen“ forciert, bei der bereits über 220 Unternehmerinnen bundesweit als Vorbilder auf Schülerinnen und junge Frauen zugehen, um sie für die berufliche Selbstständigkeit zu sensibilisieren. Zum anderen werden auch in der Kommunikation Frauen in Sprache und Bild sichtbarer gemacht, ergänzt um eine gezielte Ansprache für Frauen in ausgewählten Kanälen (z. B. Landing page der BMWi-/Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)-Gründerplattform) und Maßnahmen mit der Zielgruppe Frauen (z. B. Modellprojekte im Rahmen der BMWi-Initiative "Unternehmensnachfolge – aus der Praxis für die Praxis).

Auch wurde ein Re-branding der Gründerwoche Deutschland eingeleitet. Zudem hat die Bundesregierung Mitte 2019 die Konditionen des Mikromezzaninfonds, der aus Mitteln des ERP-Sondervermögens und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wird, insbesondere für Unternehmerinnen deutlich verbessert: So gehören u. a. Unternehmen, die von Frauen geführt werden, zu den besonders förderwürdigen Zielgruppen, die bis zu 150.000 Euro als stille Beteiligung erhalten können (anstatt bis zu 50.000 Euro; daneben gehören z. B. Unternehmen, die ausbilden, oder die von Menschen mit Migrationshintergrund geführt werden sowie gewerblich orientierte Sozialunternehmen und umweltorientierte Unternehmen zu den besonders förderwürdigen Zielgruppen).

Der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) schult im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projekts „Selbst ist die Frau!“ LandFrauen mit Gründungserfahrung zu Gründungslotsinnen. Die Lotsinnen führen Workshops für Frauen im ländlichen Raum durch und informieren sie über die Option der selbstständigen Erwerbstätigkeit und Unternehmensgründung.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert darüber hinaus mehrere Projekte der bundesweiten gründerinnenagentur (bga): 
„KITE – KI Thinktank female Entrepreneurship“ befasst sich mit der Konzeption eines KI-Tools, das Gründerinnen im resilienten Umgang mit geschlechtsbezogenen Benachteiligungen trainiert.
Im Projekt „Frauen Unternehmen Zukunft“ werden zu verschiedenen für Gründerinnen relevanten Themen konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet. Schwerpunktthema des Jahres 2021 ist „Nachhaltiges Gründen“, inkl. der Unternehmensnachfolge von Frauen.
Im Rahmen der multimedialen Roadshow „Meine Zukunft: Chefin im Handwerk“ werden in 2021, ergänzend zur Ausstellung, Videoclips in den Sozialen Medien veröffentlicht, die Handwerkschefinnen aus allen Bundesländern präsentieren.